Alkohol und CED - Was ist erlaubt?

Patienten mit Colitis ulcerosa leiden unter Bauchschmerzen, Übelkeit und blutigen Durchfällen. Eine Heilung lässt sich nur durch Entfernung des Dickdarms erreichen, was es zu vermeiden gilt. Im Rahmen der Therapie von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn liegt der Fokus daher auf konservativen Maßnahmen mit medikamentöser Behandlung. Das Ziel ist die Linderung der Beschwerden – dabei haben sich für Betroffene zudem eine angepasste Ernährung und Sport als hilfreich erwiesen. Über die Auswirkungen von Alkohol bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gibt es bisher nur wenige Studien.


Darf ich bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa Alkohol trinken?

Fakt ist: Alkohol ist ein Zellgift, generell ungesund und der regelmäßige Konsum macht abhängig. Selbst die bekannte Empfehlung, dass ein Glas Rotwein am Tag gesund sei, ist längst überholt. Es können keinerlei gesundheitsfördernde Wirkungen festgestellt werden. Es gilt: Alkohol ist für den Körper grundsätzlich ungesund, auch in geringer Dosis und auch für gesunde Menschen ohne Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Was für Menschen mit intaktem Magen-Darm-Trakt gilt, ist umso mehr für Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn wichtig. Im Rahmen einer weiteren Studie wurden die Essgewohnheiten von 191 Patienten mit Colitis ulcerosa prospektiv untersucht. Das Ergebnis: Alkohol kann bei Colitis ulcerosa einen akuten Schub begünstigen und sollte daher vermieden werden.1

Eine Schweizer Studie hat die Trinkgewohnheiten von mehr als 500 Menschen mit CED untersucht und ist der Frage nachgegangen, ob diesen der Konsum von Alkohol bekommt. Demnach gibt es hinsichtlich der Trinkgewohnheiten keine großen Unterschiede zwischen Menschen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung und Gesunden. Allerdings haben Betroffene nach der Diagnosestellung ihr Trinkverhalten geändert – rund ein Drittel trinkt nun weniger Alkohol und sechs Prozent verzichten vollständig auf den Konsum.2


Was passiert in meinem Körper, wenn ich trotz Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa Alkohol konsumiere?

Die Schweizer Studie konnte weiterhin mehrere signifikante Folgen für Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn feststellen. Ein Drittel der Studienteilnehmer litt durch den Alkohol unter verschlimmertem Durchfall, 15 Prozent stellten stärkere Bauchschmerzen und Blähungen fest. Dabei spielt es keine Rolle, ob du Bier, Sekt oder Wein trinkst. Während gesunde Menschen nach einer durchzechten Nacht „nur“ mit Kopfschmerzen ringen, kann ein Patient mit CED tage- oder gar wochenlang mit Durchfall zu kämpfen haben. Alkohol belastet die Leber, in der Folge ist die Entgiftung beeinträchtigt. Das Immunsystem wird zusätzlich angegriffen, die Bauchspeicheldrüse ist gefordert und der Enzymhaushalt im Körper gerät durcheinander.


Ist ein Glas Sekt erlaubt und welche Getränke sind für mich gut verträglich?

Es gilt kein generelles Alkoholverbot, solange du dich nicht in einer akuten Phase befindest. Du solltest jedoch auf einen sehr bewussten Umgang mit Alkohol achten, der regelmäßige Konsum schadet dir in jedem Fall. Höre immer auf die Signale deines Körpers! Hochprozentiger Alkohol kann die Darmschleimhaut reizen und sollte möglichst vermieden werden, ein Glas Sekt wird in der Regel besser vertragen. Informiere dich auch bei deinem Arzt über mögliche Wechselwirkungen zwischen Alkohol und deinen Medikamenten.

 

Alkoholfreie Drinks

Was alkoholfreie Getränke angeht, greifst du bei Mineralwasser besser zu der Variante ohne Kohlensäure, die meisten Patienten vertragen auch milden Tee und Kaffee gut. Weitere verträgliche Getränke sind Obstsäfte und Gemüsesäfte – säurehaltige Säfte wie Orangensaft solltest du hingegen meiden.

Quellen:

  1. Jowett, S. L., et al., Influence of dietary factors on the clinical course of ulcerative colitis: a prospective cohort study. Gut 53 (2004) 1479–1484.

  2. https://www.leben-mit-ced.de/informieren/leben-mit-ced/ernaehrunggenuss/vertraegt-sich-alkohol-mit-morbus-crohn-und-colitis-ulcerosa/ (bzw. Felix Brunner et. al. Alcohol Consumption Behaviour and Impact on Gastrointestinal Symptoms among Swiss IBD Patients. P0304. Poster anlässlich der 23. UEGW, 24.–28.10.2015, Barcelona, Spanien)

Zuletzt aktualisiert: 17.07.2019