Inkontinenz und CED - Informationen und Tipps

Dein Chef hat dich zur Weihnachtsfeier eingeladen und dein erster Gedanke im Restaurant ist: Warum haben wir den Tisch am Fenster und nicht nah an der Toilette? Sobald das Gefühl auftritt „müssen zu müssen“, kommt die Angst: Schaffe ich es noch rechtzeitig zur Toilette? Eine Toilette muss in sofortiger Reichweite sein! Akuter Stuhldrang und Inkontinenz können zu den Symptomen eines Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa zählen. Dies wird auch als „imperativer Stuhldrang“ bezeichnet.

Krankheitsbewältigung bei CED - Mit anderen reden

Auf einmal ist nichts mehr, wie es war, aber es fällt dir schwer, mit anderen über deine Krankheit zu sprechen? Verständlicherweise ist es Patienten mit aktiver Erkrankung peinlich, über ihren Morbus Crohn oder ihre Colitis ulcerosa zu sprechen, vor allem über Symptome wie unkontrollierte Blähungen und Durchfall. Trotzdem ist es hilfreich, bestimmte Menschen wissen zu lassen, dass Du an Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa leidest, welche Auswirkungen die Erkrankung auf dich hat und welche Unterstützung Du dir erhoffst, damit Du trotzdem so gut wie möglich zurechtkommst. Es bleibt jedoch immer deine persönliche Entscheidung, mit wem Du über deine Krankheit sprichst und wie viel Du preisgeben möchtest.

Es kann hilfreich sein, wenn Du deinem Umfeld die Erkrankung und dein Befinden erklärst. Dies hilft Familie, Freunden oder Kollegen, besser zu verstehen wie es dir geht und dich möglichst gut zu unterstützen. So schwierig und peinlich es ist, auch über unberechenbare Symptome zu sprechen, desto weniger belastend ist es für dich, sobald andere Bescheid wissen. Dann brauchst Du dich nicht immer für dein scheinbar ungewöhnliches Verhalten zu rechtfertigen oder Ausreden zu erfinden. Nicht jeder wird so reagieren, wie erhofft. Nimm es nicht persönlich - meist hat derjenige einfach nur nicht richtig verstanden, mit welcher Krankheit Du umgehen musst.

In der Partnerschaft

Auch die Partnerschaft kann von deiner Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen werden, denn in Zeiten, in denen es uns schlecht geht, ziehen wir uns zurück. Im Schub hast Du vielleicht keine Lust auf Nähe und Zärtlichkeit. Aber wenn Du eine ehrliche und vertrauensvolle Partnerschaft anstrebst, ist es am besten, von Anfang an offen zu sein. Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin über deine Gedanken und Gefühle. In den meisten Fällen wird dein Gegenüber dich verstehen – oft besser, als Du es dir vorstellen kannst.

Im Beruf

Du bist nicht verpflichtet, deinem Arbeitgeber oder Kollegen mitzuteilen, dass du an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leidest. Das ist deine Privatsphäre. Es mag aber je nach Situation hilfreich sein, zumindest deinen direkten Vorgesetzten oder die Personalabteilung zu informieren, denn Du musst dich vielleicht öfter krankmelden, wenn es dir nicht gut geht, oder du hast regelmäßige Arzt- oder Infusionstermine. Möglicherweise lässt es sich ja auch einrichten, dass man dir flexiblere Arbeitszeiten zugesteht oder Du von zu Hause arbeiten kannst.

Wenn es dir zu unangenehm ist, das Thema Erkrankung selbst anzuschneiden, könntest Du deine Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen auch bitten, einfach selbst über Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa nachzulesen. Es gibt etliche Publikationen von Patientenorganisationen wie der Österreichische Morbus Crohn-Colitis ulcerosa Vereinigung, www.oemccv.at.

Oder bitte deinen Arzt, mit deiner Familie zu sprechen. Oft hat es mehr Autorität und Glaubwürdigkeit, wenn ein Mediziner über Details und mögliche Auswirkungen einer Erkrankung spricht und er kann dann auch gleich schwierigere Fragen beatworten. Ihr Behandlungsteam hat sicherlich hilfreiche Vorschläge für dich, wie Du mit anderen über deine Erkrankung sprechen kannst.

Hast Du schon ein Patientenforum gefunden, dass sich mit deiner speziellen Erkrankung auseinandersetzt? Für viele Erkrankte ist es hilfreich, sich mit anderen auszutauschen, die genau verstehen können, wie es dir geht und die Erfahrungen und Perspektiven mit dir teilen können.

Stress und CED - Information und Selbstmanagement

Du weist schon einiges über deine Krankheit? Versuche, so viel wie möglich darüber zu erfahren. Nur wenn Du verstehst, welche Untersuchungen nötig sind und wie die Arzneien wirken, kannst Du die Behandlung selbstbewusst mitbestimmen. Und bitte denke daran: Eine Behandlung kann nur wirken, wenn Du deine Medikamente einnimmst – regelmäßig und verlässlich. In der Vorstellungswelt junger Menschen kommen chronische Krankheiten eigentlich nicht vor. Trotzdem gibt es sie - und ein erfülltes Leben mit ihnen.

Du findest deinen Weg

Gerade am Anfang fällt es dir vielleicht schwer, deine chronisch-entzündliche Darmerkrankung anzunehmen und damit umzugehen. Viel einfacher ist es für dich, die Gedanken daran zu verdrängen, die Krankheit aus dem Alltag fernzuhalten, sich nicht damit zu beschäftigen. Doch ist das der richtige Weg? Oder fühlt es sich besser an, offen mit der Colitis oder dem Crohn umzugehen, darüber zu sprechen, sich Freunden und der Familie anzuvertrauen? Sei dir sicher: Alle diese Fragen und Ängste sind ganz natürlich und gehören zu dem Prozess, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Und: Du musst das nicht alleine schaffen. Finden deinen Weg, mit der Erkrankung klarzukommen. Dem einen hilft es, über den akuten Schub zu sprechen, der nächste twittert oder bloggt und wieder ein anderer geht zum Therapeuten oder in eine Selbsthilfegruppe. Wohin dein Weg dich führt, weist du noch nicht. Doch mit der Zeit wirst du immer besser lernen mit dem nächsten Schub, einer anstehenden Darmspiegelung oder allgemein lästigen Fragen auf deine ganz persönliche Art und Weise umzugehen. Vertrau auf dich selbst. Du bist dein bester Experte!

Dein Rezept gegen Stress

Gehirn und Darm stehen über das vegetative Nervensystem in direkter Verbindung zueinander. Stress und psychische Anspannung können sich aber schnell negativ auf deinen Gesundheitszustand auswirken und sogar Auslöser für einen neuen Schub sein. Finde heraus, wie Du die innere Anspannung am besten abbaust: körperliche Anstrengung oder Meditation? Gespräche mit Freunden oder einem Coach? Selbsthilfegruppe oder Einzelkämpfer? Mit diesen Strategien bekommst du deinen Stress in den Griff:

  • Akzeptiere deine Erkrankung
  • Informiere dich darüber
  • Sprich mit Freunden
  • Zeig deine Gefühle
  • Such aktiv nach Lösungen
  • Fühl dich für dich verantwortlich