Ernährung bei CED - Was muss ich wissen?

Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED), wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, wird empfohlen, sich ausgewogen und gesund zu ernähren und bestimmte Lebensmittel von ihrem Speiseplan zu streichen. Jede Darmerkrankung hat jedoch ihre ganz besonderen Eigenheiten. So gibt es unterschiedliche Empfehlungen für Patienten mit Morbus Crohn Erkrankung und Colitis ulcerosa-Patienten.

Da jeder Mensch unterschiedlich auf Lebensmittel reagiert, sollte gemeinsam mit Ernährungsexperten oder dem behandelnden Arzt ein individueller Ernährungsplan erstellt werden. Welche Lebensmittel gut vertragen werden und welche hingegen Beschwerden auslösen, zeigt sich meist erst über Jahre hinweg.


Verdauungsfördernde Ernährung bei Morbus Crohn


Flüssigkeit ist das A und O

Menschen, die an Morbus Crohn erkrankt sind, sollten darauf achten, ausreichend zu trinken. Besonders in Phasen von akuten Krankheitsschüben verliert der Körper aufgrund wässriger Durchfälle und Appetitmangel viel Flüssigkeit und bekommt viel zu wenig für den Organismus wichtige Nährstoffe. Morbus Crohn-Patienten sollten daher unbedingt neben der notwendigen Flüssigkeitszufuhr mit beispielsweise Tee oder Wasser ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen.


Bewusst Essen und sich Zeit lassen

Zu schnelles Essen und Stress führen dazu, dass der Verdauungstrakt schnell überfordert ist. Was für gesunde Menschen gilt, trifft insbesondere auch für Morbus Crohn-Betroffene zu: Eine bewusste Nahrungsaufnahme, sich Zeit beim Essen zu nehmen tun der Verdauung gut. Die Nahrung sollte gut gekaut werden. Der Verdauungstrakt muss sich dann weniger anstrengen und der menschliche Körper nimmt wichtige Nährstoffe wesentlich besser auf. Hastiges Essen und wenig Kauen belasten Magen und Darm.


Nicht zu warm und nicht zu kalt

Wesentlich für eine die Verdauung positiv unterstützende Nahrungsaufnahme ist die richtige Temperatur der Speisen. Es sollte weder zu warm noch zu kalt gegessen werden. Zu heiße oder auch zu kalte Lebensmittel führen dazu, dass Magen und Darm unnötig gestresst werden.

 

Ernährung während eines akuten Krankheitsschubs

Während der für Morbus Crohn typischen Krankheitsschübe, die mit unterschiedlichen Beschwerden einhergehen, ist es besonders wichtig, sich verdauungsfördernd und beschwerdelindernd zu ernähren.
 

Saftschorlen und Gemüsesuppen helfen bei Flüssigkeitsverlust und Nährstoffmangel

Neben stillem Wasser und Tee sind verdünnte Saftschorlen und Gemüsesuppen gute Möglichkeiten, um dem Mangel an Flüssigkeit und Mineralstoffen während eines akuten Schubs entgegen zu wirken. Die Mehrzahl der Patienten leidet während akuter Phasen unter langanhaltenden Durchfällen. Die verdünnten Saftschorlen und mäßig gewürzten, lauwarmen Gemüsesuppen sind magenschonend und werden meist gut vertragen.

Oftmals geht Appetitlosigkeit mit den Durchfällen einher, auch dies führt auf die Dauer zu Nährstoffmangel während eines Schubes. Morbus Crohn-Patienten sollten somit auf eine besonders kalorienreiche Ernährung achten, damit der Körper genügend Energie hat, um sich immer wieder gegen die Krankheit wehren zu können. Gemüsesuppen geben den Patienten die benötigte Energie zurück und lindern so auch die Beschwerden.

Tees und Flüssignahrung können getrunken oder auch über eine Sonde zugeführt werden.
 

Viele Kalorien bitte!

Neben Suppen ist Brot eine wichtige Energiequelle für den Körper. Weiß- und Graubrot enthalten viele Kalorien, aber belasten den Körper wenig. Das gilt ebenso für püriertes Obst wie Bananen, Äpfel oder auch Erdbeeren, fertige Babynahrung aus Gläschen und feine Hafer- oder Hirseflocken. Zudem vertragen die meisten Morbus Crohn-Erkrankten eiweißreiche Kost, wie beispielsweise Fisch oder weißes Fleisch und Eier.
 

Ernährung in den beschwerdefreien Zeiten

Nicht nur in den Krankheitsphasen, gerade auch in den beschwerdefreien Zeiten sollten Morbus Crohn Betroffene besonders auf ihre Ernährung achten, damit der Körper stark bleibt und sich regenerieren kann. Die Verdauung arbeitet wieder normal und der Körper erholt sich langsam. Nach einem Krankheitsschub müssen Patienten ihre Ernährungsgewohnheiten erneut anpassen. Hat man zum Beispiel während eines Schubs nur Flüssignahrung zu sich genommen, so ist es wichtig, die Ernährung langsam wieder umzustellen und den Körper schonend an feste Nahrung zu gewöhnen.


Nahrungsmittel, die Morbus Crohn Schübe begünstigen

Auf einige Lebensmittel, die förderlich für die Symptome von Morbus Crohn sind, sollte wenn möglich ganz verzichtet werden:

  •  Ballaststoffe, da diese den Darm belasten
  •  säurehaltige Obst- und Speisen
  •  blähende Gemüsesorten
  •  Süßigkeiten und gesüßte Getränke
  •  Alkohol
  •  Eventuell laktosehaltige Lebensmittel, wie Milch, Käse und Joghurt

 

Prizipiell gilt: 

  • Es gibt keine festen Regeln für die Ernährung bei Morbus Crohn. 
  • Empfohlen wird eine ausgewogene, vitaminreiche und frische Kost. 
  • Patienten sollten generell auf Alkohol verzichten und ein gesundes Idealgewicht erreichen und halten.


Zahlreiche Kochbücher und Internetportale helfen Morbus Crohn Patienten dabei, sich auch mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Denn eine richtige Ernährung hilft, die beschwerdefreie Zeit zu verlängern und einen akuten Schub hinauszuzögern. Dies steigert letztendlich die Lebensqualität der Patienten.

Viele nützliche Informationen gibt es in dem Online-Buch „Gut ernähren bei chronischentzündlichen Darmerkrankungen“ von Gudrun Biller-Nagel. Hier werden Antworten auf Fragen von Betroffenen in allen Krankheitsphasen angesprochen.

Zuletzt aktualisiert: 17.07.2019