Vitaminmangel bei CED

Wie man Nährstoffmangel vorbeugen kann

Eine vitamin- und nährstoffreiche Ernährung ist wichtig! Denn sie sorgt dafür, dass der Körper alles hat, was er braucht. Wenn wir ausreichend Nährstoffe über die Nahrung zu uns nehmen, bleiben wir gesund und bringen im Alltag die Leistung, die wir benötigen. Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) haben es jedoch nicht immer leicht, genügend Vitamine und Nährstoffe aufzunehmen. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.


Welche Vitamine im Körper eines Morbus Crohn-Patienten fehlen

Während eines akuten Schubes leiden die Patienten der Crohn-Krankheit beispielsweise vermehrt an Nährstoff- und Vitaminmangel. Am häufigsten betroffen ist die Versorgung mit Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Folsäure, Vitamin D und Vitamin B 12. Die Ursachen für den Mangel sind unterschiedlich. So nehmen Morbus Crohn-Patienten etwa aufgrund von Schmerzen, Durchfällen, Fieber und Übelkeit im Allgemeinen meist nicht genügend Nahrung zu sich. Außerdem schwemmt vor allem Durchfall Flüssigkeit und wichtige Nährstoffe aus dem Körper. Bei einem akut entzündeten Darm ist die Nährstoffaufnahme gestört. Hinzu kommt, dass Medikamente die Aufnahme von Vitaminen und Nährstoffen zusätzlich hemmen. Viele Patienten leiden auch unter Entzündungen im Mundbereich, die die Nahrungsaufnahme unangenehm machen. Lebensmittel, die Schmerzen oder weitere Beschwerden verursachen könnten, werden daher häufig gemieden. Die Folgen sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, etc. All diese Faktoren führen letztendlich zu einer Mangelernährung, die nach einiger Zeit ihre typischen Symptome zeigt. Es ist also ratsam, bei Colitis Ulcerosa Vitamin D und bei Morbus Crohn Vitamin B 12 zuzuführen. In Kombination helfen beide Vitamine, das Krankheitsbild deutlich abzuschwächen.


Wie kann man dem Vitamin- und Nährstoffmangel ausgleichen?

Zunächst einmal muss der Nährstoffmangel von einem Arzt festgestellt werden, damit über eine gezielte Behandlung entschieden werden kann. Generell aber gilt für alle CED-Patienten, dass eine gesunde und auf die Erkrankung zugeschnittene Ernährung die Basis für ein angenehmeres Leben mit der jeweiligen Diagnose bildet. Gesundes, frisches und vitaminreiches Essen verlängert die beschwerdefreie Zeit und zögert den nächsten Schub hinaus. Darüber hinaus sollen Patienten einer CED idealerweise ganz auf Alkohol verzichten. Ansonsten gilt es, den Speiseplan nach den eigenen Vorlieben und Verträglichkeit zusammen zu stellen. Verträgt man beispielsweise keine Milch oder Südfrüchte, so wird auch auf diese besser verzichtet. Flüssignahrung kann die festen Mahlzeiten ergänzen. Sehr selten ist es notwendig, dass der Patient während eines Schubes parenterale Ernährung erhält. Hierbei erfolgt die Nahrungsaufnahme durch eine Sonde in Magen oder Dünndarm.

Bei für CED typischem Durchfall kommt es häufig zu Eiweißmangel. Gute Proteinquellen, die dagegenhalten, sind Fisch, mageres Fleisch und Geflügel. Kleinere Portionen werden ebenfalls besser vertragen, als große Portionen. Getränke mit viel Kohlensäure und Nahrungsmittel wie Kohl und Hülsenfrüchte blähen und sollten daher nur in Maßen verzehrt werden.

Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmittel nur gezielt einsetzen, wenn ein bestimmter Mangel bereits diagnostiziert wurde und dies auch nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt. Die Ursachen des Mangels können auch mit der Therapie der CED zusammenhängen, so lösen Kortisonpräparate häufig Kalziummangel aus. Welche Vitaminpräparate bei welchem Mangel helfen, kann nur ein Arzt entscheiden. Die Schwere des Mangels spielt hierbei auch eine Rolle. Bei Eisenmangel helfen Tabletten nur bedingt. Wenn bereits eine Blutarmut (Anämie) vorliegt, dann wird der Patient eher eine Infusion benötigen. Sofern bei  einem Patienten bereits Bereiche des Darmes entfernt wurden, muss man den Vorrat an Vitamin B 12 im Auge behalten. Bei chronischen Magen-Darm- Krankheiten wie etwa einer chronischen Gastritis oder bei Morbus Crohn ist die Aufnahme von Vitamin B 12 stark gestört.
 

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa: Vitamin B 12-Mangel gezielt vorbeugen

Das Vitamin B 12 ist eines der wichtigsten Vitamine im Hinblick auf die körperliche und emotionale Verfassung des Menschen. B 12 ist verantwortlich für verschiedene Bereiche des Stoffwechsels und des Nervensystems, es unterstützt beispielsweise die Blutbildung, Entgiftung, Folsäure-Umwandlung und den Abbau von Fettsäuren. Auch an allen Wachstumsvorgängen ist Vitamin B 12 beteiligt. Es wird in der Leber gespeichert und lagert dort über Jahre. Ein Mangel entsteht nur, wenn über viele Jahre kein oder zu wenig Vitamin B 12 aufgenommen wird. Bei Morbus-Crohn- Patienten etwa ist die Aufnahme gestört, daher ist das Risiko für einen Mangel wesentlich größer.

Vitamin B 12 kommt nur in geringen Mengen in Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch und Innereien, Milchprodukten und Eiern vor. Ein Mangel zeigt sich bei Patienten durch Müdigkeit, Erschöpfung, Schwindel, Blutarmut (Anämie), blasse Haut, eingerissene Mundwinkel, brüchige Haare und splitternde Nägel. Neben einer bestimmten Ernährungsweise helfen Infusionen mit Vitamin B 12, Crohn-Patienten ihren Vitamin-B- 12-Speicher aufrecht zu erhalten.


Buch-Tipp:

„Gut ernähren bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen“ Viele nützliche Informationen erhalten Sie in dem Online-Ratgeber „Gut ernähren bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen“ von Gudrun Biller-Nagel in dem Antworten auf Fragen von Betroffenen in allen Krankheitsphasen gegeben werden.

Zuletzt aktualisiert: 17.07.2019