Partnerschaft und Freundschaft bei CED

Eine Partnerschaft oder Freundschaften einzugehen, ist für Personen, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden, nicht immer einfach. Gerade in den Phasen, in denen die Erkrankung besonders aktiv und die Lebensqualität in vielen Bereichen beeinträchtigt ist, ziehen sich die Patienten in sich selbst zurück und lassen häufig keine Nähe zu. Doch gerade zu diesen Zeiten ist es wichtig, einen unterstützenden Partner an seiner Seite zu haben oder in ein gutes soziales Netzwerk aus Freunden eingebunden zu sein. Menschen, die für einen da sind und die Patienten daran erinnern, dass es auch eine Zeit nach dem aktuellen Krankheitsschub geben wird, geben Halt.


Welche Herausforderungen bringt CED für die Partnerschaft mit?

Neben Freundschaften sind es vor allem Partnerschaften, die uns im Alltag Halt geben, wenn es uns nicht gut geht. Sie bewahren uns vor Einsamkeit und geben unserem Leben Struktur. Das gilt für Gesunde ebenso wie für kranke Menschen. Doch einen Partner zu finden, wenn eine chronische Krankheit den Alltag bestimmt, ist nicht einfach. Bei Morbus Crohn beispielsweise sind die Schübe oftmals derart heftig, dass sich die Erkrankten eher zurückziehen, als sich auf Partnersuche zu begeben. Verständlicherweise, denn wenn gerade alles schmerzt, man von Durchfällen und Übelkeit geplagt wird, steht einem der Sinn nicht nach Berührungen, Zärtlichkeiten oder Sex.

Eine Partnerschaft ist jedoch mehr als körperliche Nähe. Patienten, die an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden, sollten keinesfalls darauf verzichten. Das Zusammenleben mit einem Partner, der an einer CED erkrankt ist, kann oftmals eine Herausforderung sein. Auch eine Freundschaft kann belasten. Gemeinsam müssen Schübe und Krankheitsphasen ausgehalten werden. In der beschwerdefreien Zeit werden neue Kräfte gesammelt, um für einen weiteren Schub gewappnet zu sein. Das sind Herausforderungen, die der Patient immer wieder meistern muss, jedoch auch der jeweilige Partner oder Freund. Dies geht nur mit viel Verständnis und gegenseitigem Vertrauen.
 

Das Rezept für eine glückliche Partnerschaft bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn

Gibt es ist nun das Rezept für eine glückliche Partnerschaft oder Freundschaft bei CED Patienten? Wie bei gesunden Menschen gibt es natürlich kein Geheimrezept, das dafür sorgt, dass eine Partnerschaft gelingt. Der Zeitpunkt des Kennenlernens liegt bei den meisten Paaren in einer gesunden Phase der Erkrankung. Auch Singles mit CED wird empfohlen, sich dann auf Partnersuche zu begeben, wenn ein Schub überwunden und der Patient oder die Patientin beschwerdefrei ist. Offenheit im Bezug auf die Erkrankung ist von Anfang an wichtig, damit das Gegenüber weiß, worauf es sich einlässt, und man in der Lage ist, eventuelle Vorurteile und Unsicherheiten direkt aus dem Weg zu räumen. Kommt dann eine Krankheitsphase, hat man die Erinnerungen an die gute Zeit als Basis – und die gilt es auch in der Zukunft zu bewahren und darauf aufzubauen.


Werde ich auch mit Morbus Crohn eine Familie haben?

Auch wenn die Krankheit bei CED-Patienten häufig den Alltag bestimmt, gibt es immer wieder beschwerdefreie Phasen, in der Sexualität und Partnerschaft den gleichen Stellenwert im Leben der Patienten einnehmen können, wie bei Gesunden. Selbstverständlich ist auch ein Kinderwunsch bei CED nicht ungewöhnlich.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten mehr zum Thema Sexualität und Kinderwunsch bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.


Wie kann ich meinen Partner mit CED unterstützen?

Eine funktionierende Partnerschaft macht glücklich und senkt das Risiko für neue Schübe. Doch nicht nur die Patienten können dafür sorgen, dass sie offen sind für eine gemeinsame Zukunft. Auch die gesunden Partner können viel tun, damit diese Liebe gelingt.

 

5 Tipps für eine gesunde Partnerschaft mit einer chronischen Erkrankung:

  1. Offenheit und Ehrlichkeit von Anfang an: Erklären Sie Ihrem Partner, was eine CED ist und wie Sie mit Ihrer Erkrankung leben.
  2. Erinnerungen an gute Zeiten bewahren: Machen Sie Fotos, schreiben Sie Momente auf und erinnern Sie sich immer wieder gemeinsam an Aktivitäten, die Sie in gesunden Phasen miteinander erlebt haben.
  3. Zeigen Sie gegenseitiges Verständnis: Ihr Partner hat Verständnis dafür, dass Sie sich zurückziehen, weil es Ihnen gerade nicht gut geht. Haben Sie auch für ihn Verständnis, wenn er seinen Alltag weiterlebt wie bisher.
  4. Sprechen Sie viel miteinander: Nicht nur über die Erkrankung – aber auch! Miteinander reden ist die wichtigste Grundlage für eine gute Partnerschaft und Freundschaft.
  5. Schaffen Sie viele schöne Momente in guten Zeiten: Genießen Sie Ihre Partnerschaft und Ihre Freundschaft besonders in guten Zeiten bewusst und in vollen Zügen.
Zuletzt aktualisiert: 17.07.2019