CED und Urlaub - Tipps und Informationen rund ums Verreisen

Auch mit Colitis Ulcerosa den Urlaub genießen

Schon Wilhelm Busch wusste: „Drum o Mensch sei weise, pack die Koffer und verreise“. Klingt ziemlich einfach – und das ist es mit einer guten Vorbereitung auch! (Hashtag #trotzCED) Was bei der Urlaubsplanung mit chronischen Darmerkrankungen (CED) berücksichtigt werden sollte, sowie hilfreiche Links und Checklisten zum Thema Reisen findest du hier:

 

Ist bei Morbus Crohn Fliegen erlaubt?

Damit man Reisen und die damit verbundenen positiven Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche unbeschwert genießen kann, sollten diese am besten in die Phase der Remission gelegt werden. Dennoch befürchten viele Menschen mit CED einen erneuten Schub, der während eines Urlaubs etwa durch Stress oder Infektionen ausgelöst werden könnte. Eine aktuelle Studie belegt, dass Reisen in höher gelegene Regionen über 2000 Meter und Flüge im Allgemeinen tatsächlich das Risiko steigern, ungefähr vier Wochen danach, einen CED-Schub zu haben. Ein Grund dafür könnte Sauerstoffmangel sein, der entzündliche Reaktionen begünstigt. Dennoch braucht man bei einer guten Vorbereitung nicht auf das Fliegen verzichten!

Für die Mitnahme von Medikamenten und Zubehör ist gerade bei Flugreisen einiges zu beachten! Beispielsweise müssen Stomaträger vor Flugantritt ihren Beutel entleeren, da dieser durch den Unterdruck während des Fluges platzen kann. Bestimmte CED-Medikamente lagern idealerweise in einer Kühltasche im Handgepäck, damit sie durch die niedrigen Temperaturen im Frachtraum nicht unbrauchbar werden. Bei längeren Reisen kann man das Bordpersonal darauf ansprechen, ob Medikamente eventuell im Bordkühlschrank aufbewahrt werden dürfen.

Urlaubsvorbereitung bei CED – gute Planung für eine gute Reise

Wichtig ist, sich ausreichend Medikamente und Verbrauchsmaterial verschreiben zu lassen, um sich für den Urlaubszeitraum abzusichern. Bei einigen Medikamenten ist es erforderlich, dass der Arzt ein Attest über die Notwendigkeit der mitzuführenden Medikamente und des Zubehörs (Pens, Spritzen) ausstellt – am besten auf Deutsch, Englisch und wenn möglich auch in der jeweiligen Landessprache. Besondere transporttechnische Maßnahmen, wie eine kontinuierliche Kühlung, werden ebenfalls vermerkt. Für Stomaträger gibt es einen internationalen Stomapass, der über den jeweiligen Hersteller bezogen werden kann.

Wenn bei einer Reise Zeitverschiebungen stattfinden, beginnt man einige Tage vor Reiseantritt damit, den Biorhythmus einzustimmen. Bei vielen CED-Medikamenten spielt die genaue Uhrzeit der Einnahme keine Rolle. Daher kann bei einer Zeitverschiebung von wenigen Stunden der Zeitraum zwischen den Medikamenteneinnahmen verkürzt werden, um sich auf die Zeit des Urlaubsortes einzustellen. Werden Kortisonpräparate benötigt, sollten diese aber immer morgens zur gleichen Uhrzeit – letztlich angepasst an die des Urlaubsortes – verabreicht werden.

Checkliste für die Reiseapotheke:

  1. Verbandsmaterial, Pflaster, Fieberthermometer
  2. Medikamente gegen Durchfall und Erbrechen
  3. Einweg-Toilettensitz-Auflagen (z. B. aus dem Drogeriemarkt)
  4. Medikamente gegen Schmerzen und Fieber
  5. Breitbandantibiotikum für akute Fälle
  6. Salbe gegen allergische Reaktionen, Insektenstiche und Sonnenbrand

Da einige CED-Medikamente die Lichtempfindlichkeit erhöhen, ist ein Sonnenschutz unverzichtbar. Weitere Informationen gibt es hier.

Ernährung in fremden Ländern bei CED

Um Magen-Darm-Infektionen oder Durchfällen effektiv vorzubeugen, sollte bei Fernreisen oder auf Reisen in Länder mit niedrigeren Hygienestandards besonders im Umgang mit Nahrungsmitteln auf Hygiene geachtet werden. Dies ist eine generelle Empfehlung und gilt für Menschen ohne CED und mit CED gleichermaßen. Eine einfache Regel lautet: „Koch es, schäl es oder vergiss es!“ Besondere Achtsamkeit ist auch beim Gebrauch von Wasser nötig. Zum Trinken sollte nur in Flaschen abgefülltes oder abgekochtes Wasser verwendet werden. Verzichten Sie daher vorsichtshalber auf Salate und auf Eiswürfel in Getränken, da man hier nicht prüfen kann, welche Qualität das Wasser hat, das zum Waschen bzw. zur Herstellung verwendet wurde.

Ein Schub im Urlaub – welche Versicherungen sind notwendig?

Tritt im Urlaub ein Schub auf, sollte die Medikamentendosis nicht eigenmächtig erhöht werden. Besser ist es, schon vor Reiseantritt diesen Fall mit dem Gastroenterologen zu besprechen und das weitere Vorgehen zu klären. Es ist ratsam, die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des behandelnden Arztes bei sich zu haben, um ihn im Notfall kontaktieren zu können. Auch Adressen von kompetenten Fachärzten am Reiseziel sollten vorab recherchiert werden. 

Die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) befindet sich auf der Rückseite der e-card. Mit der EKVK ist gesichert, dass Sie nach den Regeln des jeweiligen Landes eine  rztliche Betreuung erhalten. Um die EKVK im Ausland verwenden zu können, müssen die Datenfelder auf der Rückseite der e-card
vollständig ausgefüllt sein. Sind die Datenfelder mit Sternchen versehen, gilt sie nicht als Anspruchsnachweis!

Da akute Schübe bei Darmerkrankungen meist unerwartet auftreten, kann es sinnvoll sein, im Vorfeld eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen, um etwa die Stornokosten für Flug und Hotel ersetzt zu bekommen. Das Gleiche gilt für eine Reiseabbruchversicherung, die dies während einer Reise abdeckt. Zu überlegen ist auch, eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen, z. B. für einen medizinisch notwendigen Rücktransport aus dem Reiseland. Das Leistrungsspektrum sollte im Vorfeld geklärt werden.
 

Reiseimpfungen bei chronischen Darmentzündungen

Abhängig von Reiseziel und -zeit bitte frühzeitig an eventuell erforderliche Reiseimpfungen denken! Diese können nur durchgeführt werden, wenn der Gesundheitszustand es zulässt. Sind Auffrischimpfungen notwendig, muss individuell geklärt werden, ob diese möglich sind. Die aktuellen Impfempfehlungen sowie die reisemedizinischen Hinweise für Auslandsreisen sind auf der Homepage
des Öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs ersichtlich. 

Totimpfstoffe, wie beispielsweise gegen Hepatitis A, sind für Menschen mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn normalerweise unproblematisch. Lebendimpfstoffe dagegen sollten nicht während und nicht bis zu drei Monate nach einer immunsupprimierten Therapie gegeben werden. Durch die erhöhte Infektionsanfälligkeit empfiehlt es sich, bei Reisen in gefährdete Gebiete, das Thema Tuberkulose zu besprechen.

Menschen mit CED, die länger als einen Monat in ein moderat oder hoch endemisches Gebiet fahren, sollten sich auf latente Tuberkulose untersuchen lassen und diese Untersuchung 8-10 Wochen nach Rückkehr wiederholen. Bei Reiserückkehrern mit Durchfall wird mittels Stuhlprobe und Blutbild geklärt, ob unter Umständen bakterielle Infektionen vorliegen.

Zuletzt aktualisiert: 17.07.2019