Morbus Crohn und Diät

Welche Diät ist empfehlenswert? 

Derzeit gibt es keine einheitliche Empfehlung für die Ernährung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Das liegt daran, dass die Krankheitsverläufe der Patienten sehr unterschiedlich sind. Zu große Unterschiede in Alter, Gewicht und Schwere der Erkrankung, machen allgemein gültige Regeln für eine Morbus Crohn Diät nicht möglich. Zudem hat jeder Patient eine andere körperliche Verfassung, Essgewohnheiten, die Patienten leiden an unterschiedlichen Begleiterkrankungen. Mit Sicherheit gibt es einige Patienten, für die eine Morbus Crohn Diät sinnvoll ist und dann auch vom behandelnden Arzt verordnet wird. Eine „typische“ Diät bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gibt es jedoch nicht.


Was ist bei einer Diät mit Morbus Crohn besonders zu beachten?

Einige allgemein-gültige Tipps gelten, sofern der Arzt keine Einschränkungen vornimmt, für alle Morbus Crohn Patienten. Nahrungsmittel mit einem hohen Zuckeranteil – dazu gehören Kuchen, Torten und Süßigkeiten – scheinen bei manchen Betroffenen die Krankheitsaktivität zu erhöhen. Es ist daher ratsam, allzu viele zuckerhaltige Lebensmittel bei einer Morbus Crohn Diät zu vermeiden. Stark blähende Lebensmittel wie Kohl, manche Rohkostsalate, Hülsenfrüchte, Schwarzwurzeln, Lauch und Zwiebeln gehören ebenfalls nicht auf den Speiseplan. Ebenso verhält es sich mit manchen Obstsorten. Darunter fallen beispielsweise Bananen, Feigen oder Dörrobst wie Backpflaumen. Da viele von Morbus Crohn und/oder Colitis ulcerosa Betroffene ohnehin unter Blähungen leiden, sollten die nicht noch verschlimmert werden.

Bei einer akuten Darmentzündung kann es zudem zu Nährstoffdefiziten kommen. Das gilt besonders für Eiweiße, Fette, Elektrolyte, Vitamine und Spurenelemente. Fehlen sie in ausreichender Menge, können Mangelerscheinungen auftreten. Daher wird der behandelnde Arzt die regelmäßige Kontrolle von Eisen, Vitamin D und Vitamin B12 anordnen. Zu Wasser- und Elektrolytstörungen kann es aufgrund der hohen Flüssigkeitsverluste bei wiederkehrenden Durchfällen kommen. Die lassen sich durch die Ernährung oder durch Tabletten oder Elektrolytgetränke wieder ausgleichen. Spurenelemente wie Zink, Magnesium, Kupfer und Selen sollten ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden, da sie bei der Funktion zahlreicher Organe
eine wichtige Rolle spielen.


Wird das Abnehmen durch die Erkrankung beeinflusst?

Wer ungewollt abnimmt, sollte die Ursachen in jedem Fall vom Arzt abklären lassen. Eine Gewichtsabnahme kann durchaus auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hinweisen. Manche Betroffene neigen allerdings zunächst dazu, nicht sofort zum Arzt zu gehen. Meist sind ein paar Pfunde weniger doch sehr willkommen. Eine unfreiwillige Gewichtsabnahme von mehr als fünf Prozent Gewichtsverlust innerhalb eines Vierteljahres sollte allerdings ärztlich abgeklärt werden. Kommt es neben dem Abnehmen auch zu Durchfällen und Fettstühlen, kann es sich um Störungen der Verdauung handeln. Dadurch werden Nährstoffmängel sowie Vitamin- und Mineralstoffdefizite begünstigt.

Wer mit der Diagnose Morbus Crohn abnehmen oder mit der Diagnose Colitis ulcerosa abnehmen möchte, sollte mit seinem Arzt über eine individuelle
Ernährungstherapie sprechen. Hier ist des Weiteren zu unterscheiden zwischen der Ernährung in der beschwerdefreien Zeit (Remissionsphase) und der Ernährung während eines Schubs (in der Akutphase). Da Unvererträglichkeiten gerade bei Morbus Crohn Patienten sehr individuell sind, muss hier der Speiseplan besonders abgestimmt werden. Bei einer gewollten Abnahme ist auch wichtig, dass die Ernährungsumstellung immer mit dem behandelnden Arzt oder einem Ernährungsmediziner besprochen wird, damit es nicht zu Mangelernährung kommt.


Wie könnte eine Ernährung im Rahmen einer Diät bei Morbus Crohn
aussehen?


Eine Diät bei Morbus Crohn kann dazu beitragen, die beschwerdefreie Zeit zu verlängern. Um dem Darm die Arbeit zu erleichtern, sollte man in Ruhe essen und lange und gründlich kauen. Unverträgliche Lebensmittel, wie beispielsweise stark frittierte oder zu stark gewürzte Speisen, sollte man meiden. Dazu gehört auch Geräuchertes und paniert Gebratenes. Wer die harten und schwer verdaulichen Schalen von Äpfeln und Paprika nicht verträgt, entfernt sie oder passiert das Obst und Gemüse. Fertigprodukte enthalten häufig Emulgatoren, die in Verdacht stehen, Entzündungen im Körper auszulösen. Im Rahmen einer Morbus Crohn Diät sollte man sie meiden.

Wer nicht genau weiß, welche Lebensmittel Beschwerden auslösen, kann sie mithilfe der „Auslassmethode“ herausfiltern. Dazu werden die Lebensmittel einzeln gegessen. Treten innerhalb eines Tages Beschweren auf, ist es besser, auf dieses Lebensmittel zu verzichten. Hilfreich ist das Führen eines Ernährungstagebuches. Das hilft auch beim nächsten Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um Unverträglichkeiten abzuklären. Positiv zu bewerten – auch bei einer Morbus Crohn Diät – sind sekundäre Pflanzenstoffe (zum Beispiel in Heidelbeeren), Curcumin (zum Beispiel in Ingwer und Kurkuma) und Omega-3-Fettsäuren (zum Beispiel in Makrele, Hering, Lachs). Sie gelten als entzündungshemmend.


Muss man mit Morbus Crohn nicht ohnehin eine spezielle Diät einhalten?

Allgemein muss keine spezielle Diät eingehalten werden, es sei denn, aufgrund der individuellen Beschwerden hält es der Arzt für notwendig. In der Akutphase, also während eines entzündlichen Schubs, kann eine spezielle Morbus Crohn Diät hilfreich sein. Meist vertragen die Patienten in dieser Zeit nur milde Lebensmittel. Der Speiseplan sollte jedoch auch dann abwechslungsreich sein, um Nährstoffdefizite zu vermeiden. Es wird empfohlen, 6-7 kleine Mahlzeiten – über den Tag verteilt – zu sich zu nehmen. Das schont den Darm. Leicht verdaulicher Haferschleim oder pürierte Suppen aus mildem Gemüse sind meist gut verträglich. Fleisch, Fisch und Eier sollten nicht gebraten, sondern besser gekocht beziehungsweise gedünstet werden. Kommt es aufgrund des Schubs zu einem Nährstoffmangel an Vitamin D, B12, Kalzium, Eisen oder Folsäure können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Die Einnahme erfolgt in Absprache mit dem behandelnden Arzt.


Wann ist die enterale und/oder parenterale Ernährung sinnvoll?

Im Einzelfall können statt einer strengen Morbus Crohn Diät bestimmte Ernährungsrichtlinien ratsam sein. Hier werden etwaige Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie beispielsweise Milchzuckerintoleranz oder Glutenunverträglichkeit mit beachtet. In bestimmten Krankheitsphasen werden die enterale und die parenterale Ernährung empfohlen. Normalerweise ist das nur bei einem akuten Schub notwendig, wobei auch hier der behandelnde Arzt entscheidet. Bei der parenteralen Zusatzernährung gelangen die benötigten Nährstoffe über einen Katheter direkt in die Blutbahn, während der Patient bei der enteralen Ernährung breiige oder dünnflüssige Nahrung über eine Sonde oder einen Schlauch zu sich nimmt. Diese Ernährungsform kann auch bei Kindern angewendet werden, bei denen das Wachstum verzögert ist oder die sich gerade in einer Akutphase befinden.

Zuletzt aktualisiert: 17.07.2019